Bounty (1984) – Was ist passiert?

Insel Pitcairn - Liegeplatz der Bounty
Insel Pitcairn - Liegeplatz der Bounty


In der Seefahrtsgeschichte kam es immer wieder zu Meutereien, aber keine Meuterei wurde so oft beschrieben und verfilmt wie die Meuterei auf der “Bounty”. Die VorfĂ€lle auf dem englischen Marineschiff zĂ€hlen zu schlimmsten VorfĂ€llen die es jemals auf Schifffahrten gegeben hat. Im Jahr 1789 am 28. April brach an der Bord ein großer Aufstand aus. Lesen sie hier die ganze Geschichte zur “Meuterei auf der Bounty”.

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Das kleine Handelsschiff Boundy

Die “Bounty” mit einer LĂ€nge mit nur 27,7 Metern und einer Breite von gerade mal 7,3 Metern ist eines der kleinsten Handelsschiffe der britischen AdmiralitĂ€t.

Nachbau der Bounty
Nachbau der Bounty

Seereise um Brotfrucht zu holen

Der ehemalige Kohlefrachter bricht im Jahr 1787 nach Tahiti auf, um von dort die Brotfrucht zu holen. Die Seereise sollte einmal rund um die Erde gehen, von England in die Richtung Tahiti, spĂ€ter durch die Torres-Straße bei Australien in den Indischen Ozean, ĂŒber das Kap der Guten Hoffnung an der afrikanischen SĂŒdspitze zu den Antillen in die Karibik. Danach sollte die Reise wieder zurĂŒck nach England gehen. Kurz nach Antritt der Schiffsreise wurde diese abgebrochen weil das Wetter sehr stĂŒrmisch war. Durch den großen Zeitverlust traf die “Bounty” erst am 23. MĂ€rz 1788 auf die sĂŒdamerikanische Spitze bei Kap Hoorn. Diese Route musste wegen schlechtem Wetter und schwerem Seegang auch abgebrochen werden. Die Alternative Route fĂŒhrte in Richtung Afrika und den indischen Ozean.

KapitÀn Bligh und die Mannschaft

William Bligh
William Bligh (Bild gemeinfrei)

Immer wieder kam es an Bord zwischen dem KapitĂ€n, 33- jĂ€hrige William Bligh, und der Mannschaft zu Spannungen und speziell auch mit dem spĂ€teren RĂ€delsfĂŒhrer der Meuterei Fletcher Christian. Es ging dabei immer um die unhaltbaren ZustĂ€nde auf dem Handelsschiff und den FĂŒhrungsstil des KapitĂ€n gegenĂŒber der Besatzung des Schiffes. Am 25. Oktober im Jahr 1788 erreichte die “Bounty” Tahiti. Die Stecklinge konnten aber erst nach fĂŒnf Monaten auf das Schiff geladen werden. In den Monaten wo der KapitĂ€n und die Mannschaft auf die Stecklinge der BrotfruchtbĂ€ume warten musste, genossen sie die Gesellschaft der einheimischen Frauen.

Bounty auf dem RĂŒckweg von Tahiti

Am 4. April 1789 verließ die “Bounty” Tahiti mit etwa 1015 Jungpflanzen und segelte in Richtung Australien. Bei einem Zwischenstopp in Nomuka (Tongainseln) wurde die Besatzung von Einheimischen bestohlen. Entwendet wurden AusrĂŒstungsgegenstĂ€nde des Schiffes. Der KapitĂ€n Bligh machte den dritten WachfĂŒhrer Christian verantwortlich fĂŒr diesen Vorfall und tadelte ihn öffentlich vor der Mannschaft. Als sie mit der “Bounty” auf Höhe von Tofua waren kam es am 28. April 1789 dann zum Eklat und zur Meuterei.

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Fletcher Christian wurde beschuldigt

Fletcher Christian wurde am Vorabend vom KapitĂ€n beschuldigt sich am Vorrat der KokosnĂŒsse vergriffen zu haben. Dadurch fĂŒhlte sich der Matrose wieder ungerecht behandelt und schmiedete im Rausch von Alkohol einen Plan. Er wollte mit einem Floß nach Tahiti zurĂŒckkehren. WĂ€hrend der nĂ€chste Wache unter Christians Aufsicht kam es zu weiteren Debatten unter der Mannschaft.

KapitÀn Bligh ausgesetzt

Daraufhin wurde KapitĂ€n Bligh festgenommen und mit 18 seiner Gefolgsleuten in ein sieben Meter langes und zwei Meter breites Beiboot ausgesetzt. Bligh schaffte es in 48 Tagen zur 5.800 Kilometer entfernten Insel Timor im Osten Malaias zu segeln. Die Meuterer segelten mit der “Bounty” zur Insel Tubuai um diese zu besiedeln. Danach holten sie ihre Frauen von Tahiti. Das Zusammenleben mit den Einheimischen auf Tubuai eskalierte mit der Zeit und 66 Tubuaianer wurden getötet.

KapitÀn Bligh ausgesetzt
KapitÀn Bligh ausgesetzt

Flucht von Tubuai nach Pitcairn

Tubuai ist der Name eines Atolls sowie dessen Hauptinsel im SĂŒdpazifik, 640 km sĂŒdlich von Tahiti. Mit 2.050 Einwohnern auf 45 kmÂČ FlĂ€che ist sie die Hauptinsel der zu Französisch-Polynesien gehörenden Austral-Inseln, die daher oftmals auch „Tubuai-Inseln“ genannt werden.

Die Pitcairninseln sind eine isoliert gelegene Inselgruppe im sĂŒdöstlichen Pazifik, die administrativ zu den Britischen Überseegebieten gehört. Lediglich die zweitgrĂ¶ĂŸte Insel, Pitcairn, ist bewohnt.

In einer Nacht flĂŒchtete Fletcher Christian mit acht Kameraden, ihren Frauen und einigen Einheimischen. Nach einer Irrfahrt landeten sie am 15. Januar 1790 auf der Insel Pitcairn. Fletcher Christian erkundete die Insel zwei Tage lang mit seinen Kameraden. Die Insel war unbewohnt aber dennoch bewohnbar. Pitcairn liegt auf dem ostpazifischen RĂŒcken. Der Erdboden war fruchtbar und das feucht-subtropische Klima begĂŒnstigte ein reiches Wachstum. Schweine, Ziegen, HĂŒhner und SĂŒĂŸkartoffeln hatte die Mannschaft an Bord des Handelsschiffes. Christian hatte bei der Erkundung der Insel eine geeignete Landestelle gefunden. So ist die heutige Bounty-Bay eine Meeresbucht auf Pitcairn benannt. Die MĂ€nner segelten zu dieser Bucht und schafften alles brauchbare von Bord. Danach versenkten sie das Schiff in der Meeresbucht, um von der britischen AdmiralitĂ€t nicht entdeckt zu werden.

Liegeplatz der Bounty
Liegeplatz der Bounty

Inselbewohner wie Sklaven behandelt

Die Meuterer lebten nach den europÀischen Werten was das Zusammenleben mit den Polynesier eher schwierig gestaltete. Sie behandelten die polynesischen Menschen wie Sklaven.

Die neun Meuterer hatten jeweils eine GefĂ€hrtin und waren glĂŒcklich. Allerdings mussten sich sechs Polynesier mit drei Frauen begnĂŒgen und als der Schmied John Williams eine der drei Frauen fĂŒr sich beanspruchte eskalierte die Situation zwischen den MĂ€nnern. Am 20. September 1793 töteten die Polynesier zunĂ€chst John Williams, danach drei weitere Meuterer und am 3. Oktober verlor auch Fletcher Christian sein Leben. In einem Akt der Rache ermordeten die verbliebenen fĂŒnf Meuterer alle sechs Polynesischen MĂ€nner sowie eine Frau. Im Jahr 1794 lebten nur noch vier der Meuterer mit zehn Frauen und den geborenen Kindern auf der Insel. Ende 1799 lebte von den Meuterern nur noch John Adams. Er verstarb am 5. MĂ€rz im Jahr 1829. Die heutigen Bewohner von der Insel Pitcairn sind teilweise direkte Nachkommen dieser ĂŒberlebenden.

Meuterer wurden entdeckt und verurteilt

Den 16 Kameraden die Fletcher Christian auf Tahiti zurĂŒckgelassen hatte erging es auch nicht besser. 14 der noch lebenden MĂ€nner wurden im MĂ€rz 1791 auf Tahiti, 18 Monate nach der Meuterei, in Ketten gelegt und auf die Fregatte Pandora gebracht. Auf der RĂŒckreise lief die Pandora vor Australien auf ein Korallenriff auf. Dabei ertranken 31 Crew Mitglieder und vier Meuterer. Bei der Ankunft in England wurden die verbliebenen Meuterer angeklagt. Vier MĂ€nner wurden freigesprochen und sechs wurden zum Tode verurteilt.

Der Film “Meuterei auf der Bounty”

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