Kurzarbeitergeld – √Ąnderungen und Neuerungen zum neuen Jahr 2021

Homeoffice und/oder Kurzarbeitergeld

Seit Beginn der Corona-Krise hat sich auf dem Arbeitsmarkt einiges getan. Beschränkungen verhindern, dass Unternehmen und Geschäfte wie gewohnt agieren können. Umsätze brechen ein oder verringern sich stetig, je nach Ausmaß in dem jeweiligen Gebiet. Um die seit Beginn der Krise gewachsene Arbeitslosenzahl nicht weiter steigen zu lassen, trat die Option der Kurzarbeit in Kraft. Da das Ende der Krise noch nicht abzusehen ist, kamen mit dem neuen Jahr auch neue Informationen in Sachen Kurzarbeit seitens der Bundesregierung auf.

Möglichkeiten und Chancen

Auch wenn die notwendige Kurzarbeit f√ľr den Einzelnen wom√∂glich einige Nachteile mit sich bringt wie ein geringeres Einkommen, so bieten sich mit der ‚Äěgewonnenen Zeit‚Äú auch weitere M√∂glichkeiten und Chancen. Denn Kurzarbeit kann auch Weiterbildung bedeuten. Diese erm√∂glichen es betroffenen Unternehmen, erfolgreich und gest√§rkt aus der Krise hinaus zu gehen und die einzelnen Mitarbeiter weiter als Fachkr√§fte auszubilden und auf Arbeit 4.0 besser vorzubereiten.

Kurzarbeitergeld: Diese Neuerungen traten 2021 in Kraft

Bei Kurzarbeit gehen Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen ihrer T√§tigkeit nicht mehr in vollem Umfang nach. Die geregelte Arbeitszeit wird verk√ľrzt, ohne die Anzahl an Angestellten drastisch verringern zu m√ľssen. Es dient also dem Versuch, Arbeitspl√§tze zu erhalten. Kurzarbeit ist bis zu einer Dauer von 12 Monaten festgelegt. Mithilfe eines Antrags ist eine Ausweitung auf bis zu 24 Monaten m√∂glich. Der Entgeltausfall, eine Folge der Reduzierung der Arbeitszeit, wird durch ein Kurzarbeitergeld von der Agentur f√ľr Arbeit daher ausgeglichen.

Auch jetzt im Jahr 2021 bleiben die Kurzarbeitsregelungen bestehen und die Corona bedingten Sonderregelungen f√ľr das Kurzarbeitergeld werden verl√§ngert. Zudem trat am 1. Januar 2021 das Besch√§ftigungssicherungsgesetz in Kraft, das betroffene Unternehmen und seinen Besch√§ftigten vermehrte Planungssicherheit gew√§hrleisten soll.

Das in Kraft treten des Gesetzes verlängerte demnach folgende Maßnahmen:

  • Regelung f√ľr die Erh√∂hung des Kurzarbeitergeldes
  • Vollst√§ndige Erstattung der Sozialversicherungsbeitr√§ge
  • Verl√§ngerung der bestehenden befristeten Hinzuverdienstregelungen

Erhöhung des Kurzarbeitergeldes

Die erste Ma√ünahme garantiert eine Verl√§ngerung der Erh√∂hung des Kurzarbeitergeldes bis zum 31. Dezember 2021. Dies gilt f√ľr alle Besch√§ftigten, f√ľr die bis zum 31. M√§rz 2021 ein Anspruch auf Kurzarbeitergeld entstanden ist. Die Regelung bedeutet ab vier Monaten eine H√∂he des Kurzarbeitergeldes von 70 Prozent des Entgelts, bei Besch√§ftigten mit Kindern sind es 77 Prozent. Ab dem siebten Monat erh√∂ht sich der Satz jeweils auf 80 Prozent oder auf 87 Prozent. Auch f√ľr Leiharbeitnehmer besteht die M√∂glichkeit auf Bezug des Kurzarbeitergeldes, sollte der jeweilige Betrieb bis zum 31. M√§rz 2021 mit Kurzarbeit angefangen haben.

Erstattung von Sozialversicherungsbeiträgen

Im zweiten Punkt geht es um die Erstattung der Sozialversicherungsbeitr√§ge bis zum 30. Juni 2021. Anschlie√üend gilt f√ľr alle Betriebe, die bis zu diesem Datum die Kurzarbeit in Angriff nehmen mussten, im l√§ngsten Fall bis zum 31. Dezember 2021, die H√§lfte der Beitragszahlung. Durch Qualifizierung w√§hrend des Zeitraums der Kurzarbeit kann der Beitrag sogar auf 100 Prozent erh√∂ht werden.

Verlängerung der Hinzuverdienstregelungen während der Kurzarbeit

Die bestehenden Hinzuverdienstregelungen werden bis zum 31. Dezember 2021 weiter verl√§ngert. In diesem Sinne bleibt das erhaltene Entgelt, welches aus einer geringf√ľgig entlohnten Besch√§ftigung wie einem Minijob w√§hrend der Kurzarbeit stammt, anrechnungsfrei.

Gest√§rkt aus der Krise: Jetzt ist die Zeit f√ľr Weiterbildungen

Neben den Sonderregelungen bez√ľglich des Kurzarbeitergeldes, die Unternehmen und Angestellten mehr Sicherheit geben sollen, kann die nun verbleibende Zeit auch anderweitig von Arbeitgebern genutzt werden. Jetzt ist es an der Zeit, nachhaltig zu denken und die eigenen Mitarbeiter weiter zu f√∂rdern. Qualifizierungsma√ünahmen in Form von gef√∂rderten Weiterbildungen sind daf√ľr eine gute M√∂glichkeit.

Kurzarbeit und Qualifizierung sind nun eine Devise, von dem das eigene Unternehmen profitiert. Durch Weiterbildungen wird f√ľr gut eingearbeitete Fachkr√§fte gesorgt und Angestellte werden f√ľr den digitalen Wandel weiter fit gemacht.

Der Vorteil dabei: Es ist eine F√∂rderung der Weiterbildung bis zu 100 Prozent von der Agentur f√ľr Arbeit m√∂glich. Viele Weiterbildungen k√∂nnen zudem online von zu Hause aus stattfinden, was f√ľr ein sicheres Umfeld sorgt. Der jeweilige Kurs findet live statt und ist praxisrelevant.

Eine Chance f√ľr kleine und mittelst√§ndische Betriebe

Momentan stehen häufig diese Art der Betriebe vor der Entscheidung, ob Kurzarbeit beantragt werden soll. Mit der Option auf Weiterbildung können jedoch gleich zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden. In diesem Sinne lässt sich die Kurzarbeit sogar umgehen.

Zum einen werden kleine und mittelst√§ndische Betriebe von der Agentur f√ľr Arbeit finanziell bei Gehaltszahlungen unterst√ľtzt, wenn die Besch√§ftigten von Weiterbildungsma√ünahmen Gebrauch machen. Zudem l√§sst sich die Krise erfolgreich mit finanziell gef√∂rderten Weiterbildungen √ľberstehen.

Kleinstunternehmen werden dabei sogar besondere M√∂glichkeiten bereitgestellt. Betriebe mit bis zu 10 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen k√∂nnen w√§hrend der Zeit ein Arbeitsentgelt bis zu 75 Prozent erhalten und einer H√∂he von 100 Prozent der Qualifizierungskosten. Mithilfe dieser Ma√ünahmen sollen auch kleine Betriebe weiter gest√§rkt, besser aufgestellt und f√ľr die Zeit nach der Krise ausger√ľstet werden.

Ob und welche Qualifizierungsm√∂glichkeiten f√ľr ein Unternehmen bereitstehen, k√∂nnen die jeweiligen Arbeitgeber bei der Bundesagentur f√ľr Arbeit als auch bei Weiterbildungstr√§gern in Erfahrung bringen.

Neue √Ąnderungen und M√∂glichkeiten f√ľr das Jahr 2021

Viele 2020 in Kraft getretene Ma√ünahmen wurden bis in das Jahr 2021 mithilfe des neuen Besch√§ftigungssicherunsgesetzes verl√§ngert. Das betrifft mitunter die Erh√∂hung des Kurzarbeitergeldes, dessen Regelung sich nun bis zum 31. Dezember 2021 erstreckt. Bis zum 30. Juni 2021 werden ebenso die Sozialversicherungsbeitr√§ge weiter vollst√§ndig erstattet, danach nur noch bis zur H√§lfte, es sei denn, der Betrieb setzt auf die weitere Qualifizierung seiner Mitarbeiter. Zudem bleibt ein zus√§tzliches Einkommen durch eine geringf√ľgige Besch√§ftigung w√§hrend der Kurzarbeit weiter anrechnungsfrei.

Neben der dadurch verbesserten Planungsfreiheit sollten Unternehmen auf die weitere Qualifizierung ihrer Mitarbeiter durch passende Weiterbildungen setzen. Dies schafft auf Dauer nicht nur h√∂her qualifizierte Mitarbeiter, sondern auch gezielte F√∂rderungen durch die Agentur f√ľr Arbeit, die den Zeitraum der Kurzarbeit noch weiter erleichtern sollen.

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