Roboter Mensch

Was können Pflegeroboter tun und wie werden sie akzeptiert?

Serviceroboter können in der Pflege Medikamente verabreichen oder Essen und Trinken anreichen, sie sind technisch bereits weit fortgeschritten, aber werden sie auch von Pflegebedürftigen in stationären Einrichtungen akzeptiert?


Dieser Fragestellung ging Forschungsprojekt an der Universität Duisburg-Essen nach. Das Projekt hat dafür vom Bundesforschungsministerium rund 1,5 Mio für die Dauer von 3 Jahren erhalten. Projektpartner waren das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnik und Automatisierung sowie zwei Ludwigsburger Firmen.

„Grundsätzlich geht es um die Frage, ob und wie die Lebensqualität von pflegebedürftigen Menschen durch geeignete technische Anwendungen verbessert werden kann. Lässt sich zum Beispiel die Selbstständigkeit von Senioren mit angepasster und akzeptierter Servicetechnik erhöhen?“ teilte die UDE-Projektkoordinatorin und Soziologieprof. Karen Shire (Ph.D.) der Presse mit.

Im Mittelpunkt der Untersuchung stehen zwei Pflegerobotermodelle (Care-O-bot und CASERO), die in einer Pflegeeinrichtung für Senioren getestet und weiterentwickelt wurden. Pflegeroboter können zum Beispiel auch Mülleimer leeren, Akten transportieren oder Getränke holen.

Mittelfristig könnten Pflegeroboter die Pflegekräfte bei Routinetätigkeiten entlasten. Außerdem sollen pflegebedürftige Menschen mit dieser Pflegetechnik länger selbständig in ihrer gewohnten Umgebung leben können. Dazu gab es eine umfassende Untersuchung.

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Beschreibung des Vorhabens / Projekt

Förderung des Wissenstransfers für eine aktive Mitgestaltung des Pflegesektors durch Mikrosystemtechnik (WiMi-Care). Ein vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördertes Verbundvorhaben, welches den Wissenstransfer für eine bedarfsgerechte Entwicklung von Servicerobotik im Pflegesektor untersucht. Laufzeit: November 2008 bis Oktober 2011

Was sollte untersucht werden?

Der demografische Wandel, die durch eine stetig verbesserte medizinische Versorgung längere Lebenszeit und die gestiegenen Ansprüche an die Lebensqualität sowie insbesondere die auf einem niedrigen Stand stagnierende Fertilitätsrate stellen die sozialen Sicherungssysteme und die Integrationsfähigkeit der Gesellschaft vor große Herausforderungen.

Davon ausgehend, dass der demografische Wandel erhebliche Chancen für Wirtschaft und Beschäftigung in sich birgt, stellt sich die Frage, wie durch geeignete mikrosystemtechnische Anwendungen nicht nur die Risiken und Problemlagen ausbalanciert, sondern ebenso die Potenziale der alternden Gesellschaft genutzt werden können. Senioren werden in dieser Sicht als wirtschaftlich bedeutsame, erfahrungs- und kompetenzreiche Gruppe unserer Gesellschaft angesehen, deren Bedeutung in den nächsten Jahren weiter zunehmen wird.

Hinsichtlich einer besseren Integration durch einen höheren Grad an Selbständigkeit, aber auch einer Entlastung von Pflegeeinrichtungen stellt im Rahmen mikrosystemtechnischer Innovationen der Bereich der Servicerobotik eine viel versprechende Entwicklung dar. Die international steigenden Absatzzahlen von Servicerobotern und die prognostizierte positive Entwicklung lassen vermuten, dass in diesem Segment erhebliches Potenzial liegt.

Die auf die Entwicklung von Servicerobotern spezialisierten Forschungseinrichtungen sowie die noch jungen unternehmerischen Aktivitäten auf diesem Gebiet sehen sich allerdings mit einer Reihe von Schwierigkeiten konfrontiert: Auf der einen Seite bedarf es einer stärkeren Vernetzung zwischen Forschung, Entwicklung, Produktion und Vertrieb (Geschäftsmodelle), auf der anderen Seite fehlt es an verbindlichen Normen (Standardisierung). Des Weiteren bedarf es einer intensiven Zusammenarbeit mit den Betroffenen, also Senioren und Pflegediensten, die erst eine “bedarfsadäquate” Entwicklung erlaubt. Diese ist jedoch weitestgehend abhängig von einem angemessenen Instrumentarium zur Ermittlung von Desideraten und Bedienfreundlichkeit (Usability- und Nutzerforschung).

Was waren die Ziele des Projektes?

Ziel dieses Verbundvorhabens ist die Entwicklung und Herstellung einer “Wissenstransferschleife”, die von den Entwicklern über die Hersteller hin zu den Anwendern von Servicerobotik reicht. Diese soll dort, wo sie bereits vorhanden ist, verbessert, dort, wo es sie noch nicht gibt, hergestellt, bzw. durch die Entwicklung geeigneter Erhebungsinstrumente (Usability- und Nutzerforschung) professionalisiert werden.

Durch eine sehr frühe Einbindung der potentiellen Nutzer und Anwender und durch die Durchführung intensiver Pilotanwendungen in einem ‘realweltlichen’ Nutzungskontext (einer Einrichtung für pflegebedürftige Senioren) soll die Entwicklung gezielt in Richtung Bedarfsadäquanz gesteuert und optimiert werden.

Die Ergebnisse des Projektes sollen somit zunächst in der konkreten Herstellung einer Transferschleife und der damit ermöglichten effizienten Weiterentwicklung von zwei Servicerobotern (Care-O-bot® 3 (IPA) und CASERO (MLR)) bestehen.

Des Weiteren soll diese Wissenstransferschleife auch für andere Innovationen in der Servicerobotik Modellcharakter haben und so mittelbar ebenfalls für die Entwicklung von innovativer Mikrosystemtechnik im Allgemeinen einen Mehrwert bewirken. Die entwickelten Instrumente zur Usability- (Bedienfreundlichkeit) und Nutzerforschung (Bedarfsanalyse) sollen über die fruchtbare Anwendung im Projekt hinaus, allgemein bei der Entwicklung und Verbesserung von Servicerobotern im Pflegesektor anwendbar sein und dadurch einen wichtigen Beitrag für die Standardisierung entsprechender Technologien und deren Anwendungen leisten.

Quelle: wimi-care.de

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