Lastenverteilung im Demografischen Wandel

Generationen beim Demografischen Wandel

Die Bevölkerungsstruktur in Deutschland verĂ€ndert sich. Die Zahl der Älteren nimmt zu, gleichzeitig wird die Gesellschaft durch Zuwanderung vielfĂ€ltiger und bunter. Durch rĂŒcklĂ€ufige Geburtenzahlen mĂŒssen immer weniger JĂŒngere fĂŒr immer mehr Ältere aufkommen. Die Bevölkerungspyramide stellt sich auf den Kopf. Doch ist das gerecht? Was kann man dagegen tun? Und wie geht die politische Klasse mit dem Problem um?

Der Generationenvertrag

Das Geben und Nehmen von Leistungen zwischen den einzelnen Generationen wird bei uns „Generationenvertrag“ genannt, obwohl er keinen tatsĂ€chlichen Vertrag im rechtlichen Sinne darstellt. Vielmehr handelt es sich um die Bereitschaft, die gegenseitigen Verpflichtungen der beteiligten Generationen anzuerkennen.

An diesem Generationenvertrag sind nicht nur 2, sondern immer 3 Generationen beteiligt. Denn jeder Mensch empfĂ€ngt 2x in seinem Leben die UnterstĂŒtzung durch andere Generationen: im Kindesalter durch die Elterngeneration und als Rentner durch die eigenen Nachkommen. Dem stehen auch 2 eigene Leistungen gegenĂŒber: als zahlende Eltern fĂŒr die eigenen Kinder und als Beitragszahler fĂŒr die Renten der eigenen Eltern.

Durch eine geringe Geburtenrate gerĂ€t das System des Generationenvertrages ins Wanken, weil dessen FunktionsfĂ€higkeit voraussetzt, dass die GrĂ¶ĂŸenverhĂ€ltnisse der aufeinander folgenden Generationen nahezu gleichbleiben. Weitere wichtige Einflussfaktoren fĂŒr das Funktionieren des Generationenvertrages sind die gestiegene Lebenserwartung (negativ) und die gesteuerte Zuwanderung z. B. durch ein Einwanderungsgesetz (positiv).

Folgen des Demografischen Wandels

Unsere Gesellschaft ist auf den demografischen Wandel ungenĂŒgend vorbereitet. Zwar verfĂŒgt das Bundesfamilienministerium ĂŒber eine „Demografie-Strategie“, dennoch gibt es eine Flut von Unbekannten auf vielen Ebenen – von der Pflege bis zum FachkrĂ€ftemangel. Das umlagefinanzierte Rentensystem, in dem die gegenwĂ€rtig ErwerbstĂ€tigen mit ihren BeitrĂ€gen die Renten der Älteren bezahlen, ist schon jetzt maximal belastet. Im Jahr 2017 mussten aus Steuermitteln 91 Milliarden Euro in die Rentenkasse zugeschossen werden, im Jahr 2020 wird erstmals die 100 Milliarden Euro-Grenze ĂŒberschritten.

Rentnerin mit ihren Kindern

Aufgrund der wachsenden Zahl an Rentnern und der sinkenden Zahl an Beitragszahlern wird eine Anhebung der BeitrĂ€ge nicht zu vermeiden sein, wenn das Rentenniveau erhalten bleiben soll. Hinzu kommt, dass die Rentenkassen durch die steigende Lebenserwartung immer lĂ€nger Renten auszahlen mĂŒssen.

Generationenkonflikt vermeiden

Die Diskussion um die sogenannte Generationengerechtigkeit ist ein zentrales Thema in Wissenschaft, Politik und Gesellschaft geworden. Im Prinzip geht es um den Anspruch, Lasten zwischen den Generationen „gerecht“ zu verteilen. Zur Debatte steht, dass öffentliche Haushalte dauerhaft saniert werden sollen, um nachfolgenden Generationen keine Schulden zu hinterlassen. Und um die Erarbeitung eines tragfĂ€higen Rentenkonzepts, welches sicherstellt, dass der Lebensstandard der kommenden Rentner zwar weitgehend erhalten bleibt, die jĂŒngere Generation aber nicht ĂŒberfordert wird. Da die heute JĂŒngeren selbst einmal zu den Älteren gehören werden und die Ă€ltere Generation das Wohl der eigenen Nachkommen im Blick haben mĂŒsste, sollte es möglich sein, einen ernsthaften Konflikt der Generationen zu vermeiden und einen Kompromiss zu finden.

Parteilichkeit der Politik?

Problem bei der Problemlösung ist, dass sich gewĂ€hlte Abgeordnete nicht selten am Willen ihrer WĂ€hler orientieren, um erneut gewĂ€hlt zu werden. Das fĂŒhrt dazu, dass die Stimmen der noch nicht wahlberechtigten Kinder und Jugendlichen kein- und die der jungen Beitragszahler zu wenig Gehör finden. Vielmehr wird seitens der politischen Entscheider ĂŒberproportional den WĂŒnschen der demografisch wachsenden Zielgruppe von Rentnern und Älteren gefolgt. Im Ergebnis resultieren daraus milliardenschwere Rentengeschenke wie z. B. die MĂŒtterrente, die weder die Altersarmut lindern noch der Generationengerechtigkeit dienen.

Bundestag zum Thema Rente

Abhilfe könnte hier ein Kinderwahlrecht schaffen, was einer GrundgesetzĂ€nderung bedĂŒrfte oder ein Familienwahlrecht, was den Eltern von Kindern je Kind eine zusĂ€tzliche Stimme zuweisen wĂŒrde bis diese selbst wahlberechtigt sind. Aus den beschriebenen GrĂŒnden sind dafĂŒr jedoch keine Mehrheiten im Deutschen Bundestag in Sicht, entsprechende AntrĂ€ge wurden abgelehnt.

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