Die Geschichte der Kleider: Frauen in Hosen und Männer in Kleidern

Spezielle Sommerkleider
Spezielle Sommerkleider / Bild: unsplash.com ©tamarabellis

Schon zu Beginn der Menschheitsgeschichte entwickelten sich Formen von Kleidern. Zwar kann niemand ohne Zweifel sagen, aus welchem Material die ersten Stücke stammten, jedoch wissen wir, sie waren da. Traut man der Bibel, so bestand die erste Kleidung aus Feigenblättern. Wer eher an die Wissenschaft glaubt, wird mit der Aussage einverstanden sein, dass die ersten Menschen wie Affen Fell trugen.

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass sich die damaligen Stücke und Materialien revolutioniert haben. Heute tragen wir alles: elegante Kleider, wärmende Hosen aus verschiedensten Materialien. Neben der Revolution der Kleidung an sich, änderten sich auch die Normen und Regelungen. Frauen in Hosen und Männer in Kleidern – doch wie hat sich die Kleidung so verschieden aufgeteilt?

Frauen und ihre Kleider

Kleider zählen heute noch als das beliebteste Kleidungsstück der Frauen. Auf Laufstegen und in den Geschäften lassen sich moderne Kleider in den verschiedensten Passformen, Farben und Materialien finden. Im Zuge der gegenwärtigen Digitalisierung können wir zudem die schönsten Kleider online bestellen und auch bezahlen.

Ganz anders war es im Mittelalter. Zu dieser Zeit mussten Frauen der höheren Gesellschaft gesundheitsfeindliche Kleidung tragen. Die Herren des Christentums hatten die Macht, alles was Frauen betraft, zu ihren Vorstellungen zu interpretieren. Frauen sollten ihre Beine nicht zeigen, durch Miederwaren ihre Taille einschnüren und die Brüste nach oben drücken. Die sogenannten gewöhnlichen Frauen, von Bauern und nicht Adligen, hatten es besser. Ihre Kleider waren eher praktisch geschnitten.

Bis ins 18. Jahrhundert veränderte sich zwar die Mode der Frauen am Hofe sehr, jedoch nur was Stoffe, Rüschen, Prunk und die Weite beziehungsweise die Breite, der Röcke betraf. Dazu kamen auch noch riesige Perücken. Später, als die Kultur sich geändert hatte, wandelte sich auch die Mode und Frauen trugen weitere Kleider sowie Röcke.

Frauen in Hose
Frauen in Hose / Bild: unsplash.com © tamarabellis

Frauen und das Tragen von Hosen

Hosen bei Frauen waren Jahrhunderte lang verpönt. Die ersten Hosen wurden vermutlich im 18. Jahrhundert von Minenarbeiterinnen in England getragen. Nach und nach setzten sich die ersten Hosen, aus praktischen Gründen durch. Frauen, die Hosen trugen, waren aber eher die Minderheit. So trugen Ende des 19. Jahrhunderts Reiterinnen und Radfahrerinnen Hosenröcke oder Pumphosen.

Ab den 20er Jahren trugen Schauspielerinnen und Sägerinnen erstmals bei öffentlichen Auftritten Hosen. Die erste Stilikone in Hosen war vermutlich Marlene Dietrich. Durch sie ist auch heute noch ist die sogenannte ,,Marlenehose” in Mode. Das Phänomen das Frauen Hosen tragen, war jedoch weiterhin nicht selbstverständlich.

Coco Chanel (1883-1971) ein begriff in der Modewelt, brachte die ersten Hosen für Frauen auf den Laufsteg und bis heute sind sie nicht mehr wegzudenken. Sie revolutionierte somit die Modewelt und setzte einen wichtigen Schritt für die Befreiung der Frauen aus ihrer klassischen Rolle als Hausfrau, und stelle somit die ersten Weichen für die Gleichstellung von Frau und Mann. Bis 1975 sah man Frauenhosen eher beim Sport, Radfahren, Wandern oder bei der Gartenarbeit. Danach setzte sich die Frauenhose als praktisches, modisches Kleidungsstück weltweit durch.

Frauen beim tragen von Hosen
Frauen beim tragen von Hosen / Bild: unsplash.com © priscilladupreez

Warum wurde das Tragen von Hosen bei Frauen verpönt?

Frauen haben schön zu sein: Als die Kultur wieder toleranter wurde, relativierte sich die strikte Trennung von Männer=Hosen und Frauen=Röcke.  Zuvor konnte man sich jedoch Frauen in Hosen nicht vorstellen, da dies dem damaligen Bild einer modernen Frau nicht entsprach.

Mit der sexuellen Revolution veränderte sich alles. Die Röcke wurden kurzer, die Hosen wurden enger. Die Frauen der jungen Generation zogen alle Blicke auf sich. Aufgrund der Modebesessenheit vieler Frauen und der Schönheitsbesessenheit vieler Männer änderte sich die Mode der Frauen schneller als die Herrenmode. Bis heute sind in der Damenmode schon alle Varianten von Kleidern, Röcken und Hosen gängig.

Jedes Jahr aufs Neue werden Frauen, mit den neusten Modetrends, von den Modeschöpfern überrascht. So ändern sich jeweils Farben und Muster. Auch die Kombinationsmöglichkeiten der verschiedenen Ober– und Unterteile änderten sich. Mit dem Motto „wer nicht wagt der nicht gewinnt“ lassen sich heute in der Modewelt viele Kleider, Hosen und weitere Unter- und Oberteile in den verschiedensten Mischfarben und Mustern finden.

Prints wie Tierprints oder Blumen lassen sich auf den Kleidern finden. Auch die Stilrichtungen, von ganz enger Kleidung zu ganz weiter Kleidung, von Bunt zu Einfarbig, ändert sich von Saison zu Saison. Außerdem werden die Accessoires immer wieder neu in Szene gesetzt.

Die absoluten Lieblinge sind immer noch die Hosen, gefolgt von den Kleidern. Dazu trägt man nicht, wie die Frau von Früher, nur Pumps, heutzutage trägt die moderne Frau zu allem Sneaker. Die modernen Schuhe wurden in den letzten Jahren Salonfähig gemacht und auch Männer tragen sie bereits zu Anzug und Krawatte. Besonders beliebt bei Männern sind Poloshirts, welche bereits seit 100 Jahren die männliche Modewelt prägen.

Abb. 4: unsplash.com © melodyayresgriffiths
Abb. 4: unsplash.com © melodyayresgriffiths

Männer in Röcken

Zwar sind Röcke und Kleider noch nicht vollständig in der Maenner Mode angekommen, jedoch lässt sich das eine oder andere Teil auf den Modelaufstegen sehen. Bis Kutten und Röcke auch für Männer salonfähig werden, könnten noch ein paar Jahre vergehen.

In manchen Ländern gehören Kleider und Röcke bei Männern seit jeher zum Alltagsbild. So tragen beispielsweise Arabische Männer oft einen Kaftan. Die Schotten wiederum tragen einen Kilt. Ein Kilt ist ein traditioneller Rock für Männer, welcher meist rote oder grün Routen hat und der meist bei Festen oder Hochzeiten getragen wird. Auch in anderen Kulturen tragen heute noch Männer, ganz selbstverständlich Röcke, zum Beispiel als Lungi oder Sarong in Indien und Südostasien.

Fazit: Zusammengefasst kann man sagen, dass die Revolution der Kleider und der Rollenverteilungen seine Höhen und Tiefen hatte. Im Zeitalter der Moderne sind der Mode nun keine Grenzen mehr gesetzt. Ob bunt, schrill, elegant, reizvoll oder einfach nur schlicht und praktisch – alles kann von jedem getragen werden.

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