Asiatische Hornisse: Eindringling oder wertvoller Bestäuber?

Detailansicht einer männlichen Asiatischen Hornisse
Detailansicht einer männlichen Asiatischen Hornisse Bild: Gilles San Martin CC BY-SA 2.0

Die Asiatische Hornisse (vespa velutina), auch bekannt als Korea-Wespe oder Amur-Hornisse, ist in den letzten Jahren in Europa immer häufiger anzutreffen. Ihr markantes Aussehen mit dem schwarz-gelben Hinterleib und dem orangen Kopf sorgt oft für Beunruhigung. Doch wie gefährlich ist die Asiatische Hornisse wirklich, und welche Rolle spielt sie im Ökosystem?


Herkunft und Aussehen

Die Asiatische Hornisse stammt ursprünglich aus Ost- und Südostasien. In Europa wurde sie erstmals in den 2000er Jahren in Frankreich eingeschleppt, vermutlich durch den Transport von Töpfereiwaren. Seitdem hat sie sich in weiten Teilen West- und Mitteleuropas ausgebreitet.

Die Asiatische Hornisse ist größer als die einheimische Hornisse ( vespa crabro ). Sie erreicht eine Körperlänge von bis zu 3,5 cm, während die einheimische Hornisse meist nur 2,5 cm groß wird. Der Kopf der Asiatischen Hornisse ist orange gefärbt, der Hinterleib ist schwarz mit gelben Bändern. Die Flügel sind braun getönt.

Asiatische Hornisse Vorder- und Rückseite
Assiatische Hornisse Vorder- und Rückseite Bild: Didier Descouens CC BY-SA 3.0

Lebensweise und Ernährung

Die Asiatische Hornisse ist ein soziales Insekt, das ähnlich wie Bienen und Wespen in Staaten lebt. Ein Staat besteht aus mehreren hundert bis tausend Arbeiterinnen, einer Königin und einigen Drohnen.

Die Arbeiterinnen sind für die Nahrungssuche, den Bau des Nestes und die Brutpflege zuständig. Sie ernähren sich hauptsächlich von Insekten, insbesondere von Bienen und Wespen. Die Beute wird zerkleinert und an die Larven verfüttert. Erwachsene Hornissen ernähren sich zusätzlich von süßen Säften, wie sie beispielsweise in reifen Früchten vorkommen.

Der Nestbau der Asiatischen Hornisse unterscheidet sich von dem der einheimischen Hornisse. Während die einheimische Hornisse Nester in Baumhöhlen errichtet, baut die Asiatische Hornisse freihängende Nester im Geäst von Bäumen, Sträuchern oder sogar in menschengemachten Strukturen wie Schuppen oder Dachböden. Die Nester können eine Größe von bis zu 80 cm Durchmesser erreichen und bestehen aus einer papierartigen Masse, die aus zerkautem Holz hergestellt wird.

Nest der Asiatische Hornisse
Nest der Asiatische Hornisse / ©thomaslenne/depositphotos.com

Die Asiatische Hornisse ist zwar wehrhafter als die einheimische Hornisse, aber ein Angriff auf den Menschen ist eher selten. Stiche der Asiatischen Hornisse sind in der Regel nicht gefährlicher als die anderer Wespenarten. Für gesunde Menschen besteht keine Lebensgefahr.

Allerdings kann ein Stich für Menschen mit Insektengiftallergien durchaus gefährlich werden. Im Falle eines Stiches ist es wichtig, Ruhe zu bewahren und den Stachel, falls vorhanden, vorsichtig zu entfernen. Kühlen lindert den Schmerz und Juckreiz. Bei allergischen Reaktionen sollte sofort ein Arzt aufgesucht werden.

Asiatische Hornisse
Asiatische Hornisse / ©HeWall/depositphotos.com

Unterschied zwischen Asiatische Hornisse und Asiatische Riesenhornisse

Die Asiatische Hornisse (Vespa velutina) und die Asiatische Riesenhornisse (Vespa mandarinia) sind zwei unterschiedliche Arten, die häufig verwechselt werden. Bei der Asiatische Riesenhornisse handelt es sich um die, seit 2020 in den USA als „Honigbienenkillerin“ Schlagzeilen macht. Ein wesentlicher Unterschied liegt in der Größe und im Erscheinungsbild:

  • Größe und Färbung: Die Asiatische Hornisse ist insgesamt etwas kleiner als die Europäische Hornisse und unterscheidet sich von der Asiatischen Riesenhornisse durch ihre dunklere Färbung .
  • Verbreitung und Gefahr: Während die Asiatische Hornisse als Bedrohung für Honigbienen gilt, ist die Asiatische Riesenhornisse bekannt für ihre Aggressivität gegenüber Bienen und sogar Menschen.

Die Asiatische Hornisse wurde nach Europa eingeschleppt und breitet sich dort aus, wobei sie jedoch nicht mit der deutlich größeren und aggressiveren Asiatischen Riesenhornisse (Vespa mandarinia) verwechselt werden sollte. Es ist wichtig, diese Unterscheidungen zu kennen, um angemessene Vorsichtsmaßnahmen treffen und den Schutz der heimischen Bienenpopulationen unterstützen zu können.

Asiatische Riesenhornisse
Asiatische Riesenhornisse Bild: KENPEI CC BY-SA 3.0

Nutzen der Asiatischen Hornisse

Obwohl die Asiatische Hornisse für viele Menschen eine Bedrohung darstellt, spielt sie im Ökosystem eine wichtige Rolle. Als effizienter Insektenjäger trägt sie zur Regulation der Populationen anderer Insektenarten bei, darunter auch schädliche Arten wie beispielsweise Eichenprozessionsspinner oder Käfer.

Darüber hinaus ist die Asiatische Hornisse ein wichtiger Bestäuber. Wie Bienen und andere Wespenarten besucht sie Blütenpflanzen, um Nektar und Pollen aufzunehmen. Dabei kommt es zwangsläufig zur Übertragung von Pollen zwischen verschiedenen Pflanzen, was die Befruchtung und Samenbildung fördert.

Assiatische Hornisse auf einem Nest
Assiatische Hornisse auf einem Nest Bild: Didier Descouens CC BY-SA 4.0

Die Asiatische Hornisse und die einheimische Honigbiene

Ein weit verbreiteter Irrglaube ist, dass die Asiatische Hornisse gezielt Bienen jagt, um deren Honig zu stehlen. Tatsächlich interessiert sich die Asiatische Hornisse in erster Linie an den Arbeiterinnen der Honigbiene selbst, die als eiweißreiche Nahrung für die eigenen Larven dienen.

Ein starker Befall mit Asiatischen Hornissen kann durchaus zu Problemen für Bienenvölker führen. Imker sind daher gefordert, ihre Bienenstöcke entsprechend zu schützen. Es gibt verschiedene Methoden, um Bienenstöcke für die Asiatische Hornisse unzugänglich zu machen.

Umgang mit der Asiatischen Hornisse

Generell gilt:

  • Lassen Sie die Asiatische Hornisse in Ruhe. Aggressives Verhalten zur Entfernung eines Nestes sollte vermieden werden. Fühlen sich die Tiere bedroht, steigt die Wahrscheinlichkeit eines Stiches.
  • Bei einem Wespennest in unmittelbarer Nähe von Haus oder Wohnung empfiehlt sich die Konsultierung eines Experten. Schädlingsbekämpfer verfügen über die notwendige Ausrüstung und Erfahrung für die sichere Entfernung des Nestes.
  • Sollten Sie von einer Asiatischen Hornisse gestochen werden, bleiben Sie ruhig. Entfernen Sie vorsichtig den Stachel, falls er noch vorhanden ist und kühlen Sie die Einstichstelle, zur Linderung von Schmerz und Juckreiz.
  • Bei allergischen Reaktionen suchen Sie bitte sofort einen Arzt an.

Die Feststellung der Asiatischen Hornisse ist für Imker meldepflichtig bei Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie (LfULG) und/oder der Unteren Naturschutzbehörde (UNB) des betroffenen Landkreises bzw. der kreisfreien Stadt 

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