Wundinfektionen vermeiden: Tipps zur richtigen Wundversorgung

Kleine Schnittwunde am Finger
Kleine Schnittwunde am Finger / SvetlanaDolgova/depositphotos.com

28Kleine Unfälle mit Verletzungen der Haut sind schnell passiert – und in der Regel nicht gravierend. Wichtig ist jedoch die angemessene Versorgung, um eine Wundinfektion zu vermeiden und die Heilung zu fördern. Wie eine Wunde richtig desinfiziert wird, richtet sich dabei auch nach der Art der Verletzung.

Eine Wundinfektion erkennen

Sobald die Haut verletzt wird, ist der Organismus schädlichen Keimen aus der Umgebung, wie Bakterien, Pilzen und Viren, ausgesetzt. Schaffen diese es, sich festzusetzen, lösen sie die typischen Anzeichen einer Wundinfektion aus.

Dazu gehören:

  • Rötung
  • Schwellung
  • Schmerz
  • Wärme

Schmerzt die Verletzung bei Berührung oder Bewegung zunehmend, schwillt sie an oder fühlt sich sogar heiß an, deutet dies in der Regel auf eine Wundinfektion hin. Damit es erst gar nicht so weit kommt, greifen viele Menschen bei kleineren Wunden zu Präparaten wie dem octenisept® Wund-Desinfektion Spray. Bei anhaltenden Entzündungszeichen sollte die Verletzung unbedingt einem Arzt vorgestellt werden, um Komplikationen zu vermeiden.

Die Wahrscheinlichkeit einer Wundinfektion ist bei den unterschiedlichen Wundarten zudem auch unterschiedlich groß. So ist die Belastung mit Keimen bei einer Schürfwunde höher als bei einer Schnittwunde. Abschürfungen folgen auf Reibung an einer rauen, mehr oder minder verschmutzten Oberfläche. Es entsteht eine großflächige Wunde, in die die Keime regelrecht eingerieben werden, während bei einer Schnittwunde die Wundfläche kleiner und der Eintrag von Keimen geringer ist.

Verbrennungen und Verbrühungen können großflächige, feuchte Wunden nach sich ziehen. Diese gründlich zu reinigen und zu pflegen ist deshalb sehr wichtig. Andernfalls bieten sie einen guten Nährboden vor allem für Bakterien und Pilze.

Nur klein, aber trotzdem ernst zu nehmen sind Bisswunden. Die Wundfläche ist hier zwar übersichtlich, aber Menschen und Tiere tragen beim Biss vor allem Erreger wie Bakterien tief in die Verletzung hinein. Das erhöht das Risiko einer Wundinfektion.

Richtige Wunddesinfektion

Wundspray, Wundgel, Reinigungslösung und andere Präparate zur Wunddesinfektion sind sogenannte Antiseptika. Sie wirken oft gegen eine Vielzahl verschiedener Keime.

Pflaster auf Wunde
Pflaster auf Wunde / ©IgorVetushko/depositphotos.com

Reinigung oder Desinfektion – was ist der Unterschied?

Oft werden Wundreinigung und Wunddesinfektion gleichgesetzt. Es sind jedoch zwei unterschiedliche Vorgänge. Die Wundreinigung sagt schon genau, was sie tut: Die Wunde wird von groben Verschmutzungen (zum Beispiel kleine Steinchen bei einer Schürfwunde) und eventuellen Belägen gereinigt. Die Keimzahl wird dabei deutlich reduziert. Eine Reinigung kommt immer vor der Desinfektion und ist bei fast allen äußerlichen Verletzungen sinnvoll.

Ob eine Wunde anschließend noch desinfiziert werden muss, hängt vom Einzelfall ab. Vor allem wenn eine Wundinfektion droht, ist das Desinfizieren wichtig.

Wirkstoffe gegen Wundinfektionen

Salben, Sprays, Puder, Gele oder Lösungen enthalten unterschiedliche Stoffe gegen eine Wundinfektion. So tötet Octenidin Bakterien, Pilze und bestimmte Viren ab. Andere Wirkstoffe wie Polihexanid oder PVP-Iod greifen zusätzlich auch Sporen – also Dauerstadien einiger Organismen – an. Alkohole haben ein ähnliches Wirkspektrum auf der Haut, können diese aber reizen und austrocknen.

Die Anwendung von Silber in der Wundhygiene ist bis heute umstritten. Trotzdem wird es etwa in Pflastern mit Silberbeschichtung oder als kolloidale Lösung gegen Wundinfektionen angeboten.

Vorgehen gegen Wundinfektionen

Entsteht in der Haut eine Wunde, blutet diese in der Regel mehr oder minder stark. Diese Blutung sollte nicht sofort gestillt werden. Mit dem Blut werden auch feine Schmutzteilchen und Keime ausgeschwemmt, so dass sich die Keimbelastung in der Wunde und damit die Gefahr einer Wundinfektion verringert.

Vor der Wundbehandlung sollten zuerst die Hände gründlich gewaschen werden, um keine neuen Keime während der Versorgung einzutragen. Erst danach wird die Verletzung mit klarem, fließendem Wasser ausgespült, um die Wunde zu reinigen. Ist unterwegs keine Wasserleitung erreichbar, kann beispielweise auch Kochsalzlösung eingesetzt werden.

Sind danach noch Fremdkörper in der Wunde verblieben, müssen diese mit einer sauberen Pinzette vorsichtig entfernt werden. Erst danach kommen Desinfektionsspray oder -lösung zum Einsatz. Diese sollten so lange einwirken, wie das jeweilige Präparat auf der Verpackung oder im Beipackzettel vorgibt.

Erst danach sollte die Wunde bei Bedarf mit Pflaster oder Kompresse und Verband abgedeckt werden.

Wundinfektionen vermeiden – Heilung fördern

Eine saubere Wunde hat nicht nur ein geringes Risiko einer Wundinfektion, sie kann auch schneller abheilen. Ohne Infektion setzt der Organismus alle Ressourcen ein, um die entstandenen Schäden zu reparieren.

Allerdings ist auch Augenmaß bei der Wundversorgung gefragt. Wer zu viel macht, kann die Wundheilung ebenfalls verzögern, da der Heilungsprozess immer wieder unterbrochen und gestört wird. Daher gilt beispielsweise die Daumenregel, dass sehr kleine Wunden wie Stiche nicht abgedeckt werden sollten.

Muss die Wunde geschützt werden, reicht bei kleineren Verletzungen wie einer Abschürfung oft schon ein Pflaster. Nur großflächige Schäden sollten mit Kompresse und Verband versorgt werden. So kann die Wunde gut trocknen, wodurch ein Milieu entsteht, das es Keimen schwieriger macht, sich festzusetzen und eine Wundinfektion auszulösen. Gerade bei großen Wunden oder solchen, die an Gelenken sitzen und entsprechend durch Bewegung immer wieder gestört werden, ist außerdem eine Ruhigstellung wichtig, damit die Verletzung schnell wieder abheilt.

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