Hörgeräte können Leben retten

Frau beim Hörgerät einstellen ©HayDmitriy/depositphotos.com
Frau beim Hörgerät einstellen ©HayDmitriy/depositphotos.com

Geschichte der Hörgeräte

Schon seit rund 200 Jahren gibt es Hörgeräte, die Menschen helfen, deren Hörleistung vermindert ist. Ab dem 19. Jahrhundert traten Hörgeräte in ihre Verbreitung. Damals natürlich weitaus einfacher konstruiert als heute, jedoch mit ähnlicher Wirkung. Während die Hörgeräte früher aus einfachen trichterförmigen Rohren bestanden, sind die Geräte heute teils so entwickelt, dass sie kaum sichtbar sind.

Mechanisches Hörgerät von 1935
Mechanisches Hörgerät von 1935 / Bild: https://wellcomecollection.org/works/hknfaa5b CC-BY-4.0

Welche Arten von Hörgeräten gibt es?

Hörgeräte gibt es in verschiedenen Formen, diese lassen sich in 2 verschiedene Kategorien einteilen:

  • Im-Ohr-Hörgeräte(IdO)
  • Hinter-dem-Ohr(HdO) (auch Ex-Hörer)

Im-Ohr-Hörgeräte

Im-Ohr-Hörgeräte

Die Im-Ohr-Hörgeräte werden direkt in den Gehörgang eingesetzt, weswegen sie sehr klein und unauffällig sind. Dabei können die Geräte direkt in der Ohrmuschel angebracht werden, direkt im Gehörhang oder direkt davor. Der Schall gelangt dabei über den Gehörgang zum Hörgerät, welches ihn sofort verarbeitet und umwandelt. Dadurch, dass sie tief verankert sitzen, werden sie nicht durch etwaige Windgeräusche gestört, was im Alltag ein klarer Vorteil ist. Sowohl für Sportler als auch für Leute, die eine Brille im Alltag tragen, sind diese Geräte oft die erste Wahl.

Hinter-dem-Ohr Hörgeräte

EX Hörgeräte

Die Hinter-dem-Ohr Hörgeräte stellen die häufigste Variante von Hörgeräten dar. Auch bei sehr großen Einschränkungen der Hörfähigkeit, können sie helfen. Gerade für Kinder oder lebensältere Menschen sind diese Art Hörgeräte geeignet, da sie leicht zu bedienen und anzulegen sind.

Ex-Hörgeräte (werden zur Kategorie der Hinter-dem-Ohr Hörgeräte gezählt)

Ältere Variante (2012) eines Ex-Hörer-Gerätes / Bild: CineAmigo CC BY-SA 3.0
Ältere Variante (2012) eines Ex-Hörer-Gerätes / Bild: CineAmigo CC BY-SA 3.0

Diese Variante wird hinter dem Ohr getragen, während der Empfänger jedoch direkt im Ohr am Trommelfell platziert ist. Über ein dünnes Kabel wird das Signal dann an den Hörer gesendet, der hinter dem Ohr sitzt. Ex-Hörer sind dabei für unterschiedliche Ausprägungen von Hörproblemen ausgelegt und haben kaum Übertragungsverluste.

Warum sind Hörgeräte wichtig?

Hören ist für die Lebensqualität unabdingbar. Die Fähigkeit zu hören lässt uns unsere Sinne besonders gut wahrnehmen. Wir genießen Musik, Gespräche mit Familie, Freunden und Arbeitskollegen, und hören hilft uns dabei uns im Alltag zu verständigen. Neben der Kommunikation mit anderen Menschen, schützt unser Ohr uns aber auch vor Gefahren, die wir durch das Hören früh genug wahrnehmen können.

Welche Alltagsgeräusche sind wichtig für uns?

Grundsätzlich lässt sich sagen, dass uns Geräusche in jedem Moment des Tages begleiten.

Zu den wichtigsten Alltagsgeräuschen, die Gefahren bzw. Warnungen beinhalten können, zählen:

  • Geräusche durch herannahende Autos,
  • allgemeine Verkehrsgeräusche,
  • Ansagen an Bahnhöfen und Flughäfen,
  • Geräusche zur verbalen Kommunikation
  • Fernsehen, Nachrichten und Radio
  • Alarmgeräte / Einrichtungen

Ohne die Fähigkeit zu hören, können sich vor allem im Verkehrsbereich lebensbedrohliche Situationen entwickeln. Wir könnten Busse, Autos und andere Verkehrsteilnehmer nicht mehr wahrnehmen, sodass es schnell zu gefährlichen Unfällen kommen kann. Hörgeräte können somit also auch Leben retten, indem sie davor schützen, dass es überhaupt zu Unfällen kommt.

Wichtige Ansagen an Bahnhöfen und Flughäfen können nicht wahrgenommen werden, sodass als Folge auch öffentliche Verkehrsmittel nur schwer genutzt werden können, was den Alltag deutlich einschränkt.

Gleiches gilt für die alltägliche Kommunikation mit anderen Menschen. Egal ob in der Schule, im Job, mit der Familie oder Freunden, die Fähigkeit verbal zu kommunizieren leidet deutlich unter einem Hörverlust, da man an Gesprächen nicht voll teilnehmen kann. Gerade während der Schulzeit kann dies für Kinder eine große Einschränkung in ihrem Lernverhalten bedeuten, wenn der Hörverlust nicht korrigiert wird.

Emotionen und Stimme können nicht wahrgenommen werden, was den Austausch mit anderen schier unmöglich macht. Auch Nachrichten und Fernsehen können nicht verfolgt werden, wenn sie nicht mit Untertiteln versehen sind.

Wie man sieht, kann ein Hörverlust den Alltag der Betroffenen nicht nur einschränken, sondern auch das Leben gefährden. Demnach ist es wichtig den Hörverlust auszugleichen, um wieder bewusst am Leben teilnehmen zu können.

Ein Hörgerät anschaffen – welche Punkte sind zu beachten?

Hörgeräte werden durch Hörakustiker angefertigt, sodass die Geräte nicht nur in spezialisierten Läden gekauft werden können, sondern auch bei einem Hörcenter vor Ort. Wichtig ist hierbei die persönliche Beratung, damit die Geräte auch speziell angepasst werden können. Ein weiterer Vorteil der Anschaffung im stationären Handel ist, dass verschiedene Arten von Hörgeräten anprobiert werden können. So kann man das für sich passende Gerät besser auswählen, da man viele unterschiedliche Geräte ausprobieren kann.

Übernimmt die Krankenkasse Kosten für Hörgeräte?

Die gute Nachricht zu Anfang: Ja, Krankenkassen bezuschussen die Anschaffung von Hörgeräten. Hierfür muss jedoch eine Bescheinigung eines Hals-Nasen-Ohren-Arztes vorgelegt werden.

Mittels eines Ton- und Sprachaudiogramms wird der vorliegende Hörverlust diagnostiziert. Nach der Auswertung des Hörverlustes wird dieser in eine Stufe der Schwerhörigkeit eingeteilt. Die Stufen werden dabei in Dezibel ausgewiesen. Während ein Hörverlust von bis zu 25 dB einer leichten Hörbeeinträchtigung entspricht, liegt ab 81 dB ein sehr schwerer Hörverlust vor.

Je nach Stufe erfolgt dann auch die Zuzahlung und Übernahme der Krankenkasse für das anzuschaffende Hörgerät. Die gesetzlichen Zuschüsse für die Anschaffung eines Hörgeräts können dabei bis zu 1.500 EUR betragen.

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