Straßburg: Warum sich ein Besuch lohnt

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Straßburg ist eine der wenigen Städte Europas, die sich nicht eindeutig einer einzigen nationalen Identität zuordnen lässt, und genau das macht einen großen Teil ihres Reizes aus. Mit rund 274.000 Einwohnern in der Kernstadt, gut 430.000 mit den Vororten, ist sie die größte Stadt des Elsass und die siebtgrößte Frankreichs, liegt aber nur einen Steinwurf vom Rhein und damit von Deutschland entfernt.

Eine Stadt zwischen zwei Nationen

Straßburg geht auf ein römisches Militärlager namens Argentoratum zurück, gegründet im Jahr 12 vor Christus. Im Mittelalter war die Stadt eine Freie Reichsstadt des Heiligen Römischen Reichs, 1681 wurde sie von Frankreich einverleibt. Danach wechselte die Zugehörigkeit noch mehrfach: von 1871 bis 1918 gehörte Straßburg als Hauptstadt des Reichslands Elsass-Lothringen zum neu gegründeten Deutschen Reich, 1919 fiel die Stadt wieder an Frankreich, 1940 annektierte Nazideutschland das Elsass erneut, seit Kriegsende ist Straßburg endgültig französisch. Diese wechselvolle Geschichte lässt sich bis heute in der Architektur ablesen, mittelalterliche Fachwerkhäuser stehen unweit von wilhelminischen Prachtbauten aus der deutschen Kaiserzeit, ein Nebeneinander, das man in dieser Form kaum anderswo findet.

Die Altstadt und das Münster

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Das historische Zentrum, die Grande Île, gehört seit 1988 zum UNESCO-Weltkulturerbe, 2017 wurde die Auszeichnung um die deutsch geprägte Neustadt erweitert, eine der ersten Städte Frankreichs, die nicht wegen eines einzelnen Bauwerks, sondern wegen ihres gesamten historischen Zentrums ausgezeichnet wurde. Mittendrin steht die Cathédrale Notre-Dame de Strasbourg, mit ihrem 142 Meter hohen Turm über Jahrhunderte das höchste Gebäude der Welt, samt der berühmten astronomischen Uhr, die täglich um 12.30 Uhr eine kleine Apostelprozession in Bewegung setzt. Direkt am Fuß der Kathedrale liegt zudem das Musée de l’Œuvre Notre-Dame mit den originalen mittelalterlichen Skulpturen des Münsters.

Petite France und das Wasser

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Wer durch das Viertel La Petite France läuft, mit seinen schiefen Fachwerkhäusern direkt an den Kanälen der Ill, versteht schnell, warum dieser Teil der Stadt so häufig fotografiert wird. Am besten erkundet man ihn zu Fuß und ergänzt den Rundgang mit einer Bootsfahrt der Reederei Batorama, die auf dem Wasser durch genau dieses Viertel und weiter bis zu den europäischen Institutionen führt, inklusive einer historischen Schleusendurchfahrt.

Europas politische Hauptstadt

Straßburg ist Sitz des Europarats, des Europäischen Parlaments, des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte, des Europäischen Bürgerbeauftragten und des Eurokorps, ein direktes Ergebnis der wechselvollen deutsch-französischen Geschichte der Stadt. Kaum ein anderer Ort in Europa verkörpert den Gedanken der europäischen Aussöhnung so konkret wie Straßburg, mitten zwischen den einstigen Erzfeinden Frankreich und Deutschland gelegen.

Die Weihnachtshauptstadt Frankreichs

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Wer im Advent anreist, erlebt Straßburg von einer ganz anderen Seite. Der Christkindelsmärik geht auf das Jahr 1570 zurück und gilt damit als ältester Weihnachtsmarkt Frankreichs und einer der ältesten Europas. Mit rund 300 Ständen an zwölf Standorten in der ganzen Stadt zählt er zudem zu den größten Weihnachtsmärkten des Kontinents, samt einem rund 30 Meter hohen, geschmückten Tannenbaum auf der Place Kléber.

Essen und Trinken

Kulinarisch profitiert Straßburg von seiner Grenzlage: deftige Gerichte wie Flammkuchen oder Choucroute treffen auf französische Feinheit, dazu Weine von der nahegelegenen Elsässer Weinstraße. Wer durch die Altstadt bummelt, findet an fast jeder Ecke ein Winstub, eine typisch elsässische Weinstube, in der sich diese Mischung aus deutscher Bodenständigkeit und französischer Küche besonders gut erleben lässt.

Besucher Tipps

Straßburg liegt gut zwei Stunden von Dresden entfernt für Reisende aus der Grenzregion, für die meisten deutschen Städte ist die Stadt außerdem mit dem TGV oder Regionalzügen direkt erreichbar, ein eigener Flughafen existiert ebenfalls in unmittelbarer Nähe. Wer aus dem badischen Raum kommt, kann sogar mit der Straßenbahn direkt von Kehl aus über den Rhein bis ins Zentrum fahren, eine der wenigen grenzüberschreitenden Tramverbindungen Europas.

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