Zwei Unternehmen, die sich sonst vor allem über Pressemitteilungen und API-Preisvergleiche begegnen, stehen im September in derselben Konferenzwoche auf derselben Bühne, nur mit einem Tag Abstand: Anthropic am Montag, OpenAI am Dienstag. Schauplatz ist nicht San Francisco oder Berlin, sondern Dresden. Die Konferenz Brains on Silicon 2026 findet am 14. und 15. September im Internationalen Congress Center Dresden statt und hat sich in kurzer Zeit zu einem der größeren KI-Termine im deutschsprachigen Raum entwickelt.
Inhaltsübersicht
Warum ausgerechnet Dresden
Die Antwort liegt weniger im Zufall als in der Region selbst. Mit Silicon Saxony, dem Netzwerk der ostdeutschen Halbleiter- und Technologiebranche, und Forschungseinrichtungen wie Fraunhofer oder dem Exzellenzcluster ScaDS.AI hat sich Dresden über Jahre eine eigene Tech-Szene aufgebaut, die selten im Rampenlicht steht, aber solide arbeitet. Über 1.500 Teilnehmer werden 2026 erwartet, mehr als 100 Speaker verteilen sich auf vier Bühnen und ein paralleles Masterclass-Programm. Als Premium-Partner stehen in diesem Jahr SAP und die Deutsche Telekom auf der Liste.
Neben Roman Howe von Anthropic, zuständig für die Region DACH sowie Mittel- und Osteuropa, und Sarah Kemether aus dem Go-to-Market-Team von OpenAI stehen mit Richard Socher, You.com-Gründer und früher Chief Scientist bei Salesforce, sowie Managerinnen von Google und GitHub weitere Namen auf der Liste, die man sonst eher auf US-Konferenzen erwartet. Dazwischen mischen sich sächsische Stimmen: Wirtschaftsminister Dirk Panter ist angekündigt, ebenso Vertreter von Infineon.
Sieben Themen, ein roter Faden
Inhaltlich ordnet sich das Programm sieben Schwerpunkten unter, autonom handelnde KI-Agenten und digitale Souveränität gehören dazu, vor allem aber ganz praktische Anwendungsfälle aus Unternehmen. Genau in diesem letzten Punkt, den konkreten Use Cases, liegt vermutlich der eigentliche Wert der Konferenz. Große Keynotes gibt es auf vielen Bühnen dieser Welt, Beispiele aus der eigenen Nachbarschaft dagegen selten.
Ein Beispiel aus dem sächsischen Mittelstand
Eines dieser Beispiele findet sich, etwas versteckt zwischen den großen Namen, am Stand von NFON in der Ausstellungshalle. Dort berät Peter Gemander vom Dresdner Unternehmen Zöllner Büro- & IT-Systeme GmbH, offizieller Entwicklungspartner von NFON, zu KI-Voicebots für die Business-Kommunikation, mit einem konkreten Fall im Gepäck: Bei der Immobilienfinanzierung Uwe Ortlepp übernimmt inzwischen ein KI-gestützter Telefonassistent namens Nia FrontDesk einen Teil der Anrufannahme. Dieses System läuft längst im echten Betriebsalltag eines mittelständischen Unternehmens, weit weg von jeder Präsentationsfolie. Wer sich dafür interessiert, findet mehr dazu im Beitrag von Zöllner Office sowie im Hintergrundartikel zu Nia FrontDesk.
Auch NFON selbst ist mit einem eigenen Vortrag vertreten: Yasin Kizilhan, Head of AI Sales bei NFON, spricht auf der Konferenz über den Stand angewandter KI in der Business-Kommunikation. Ein interessanter Kontrast zu den Hauptrednern: Während OpenAI (gegründet 2015) und Anthropic (gegründet 2021) noch relativ junge Unternehmen sind, blickt NFON auf eine deutlich längere Geschichte zurück, gegründet 2007 in München, seit 2018 an der Frankfurter Börse gelistet, heute mit mehr als 50.000 Geschäftskunden in Europa. Fast zwei Jahrzehnte Markterfahrung stehen damit hinter dem Nia-FrontDesk-Beispiel, das Gemander am Stand zeigt.
Wer teilnehmen will
Tickets für beide Konferenztage sind im offiziellen Shop der Veranstaltung erhältlich. Die Veranstaltung richtet sich in erster Linie an Fach- und Führungskräfte, offen ist sie trotzdem für alle, die verstehen wollen, wie aus großen KI-Ankündigungen am Ende ganz normale Werkzeuge im Büroalltag werden. Genau dieser Übergang, von der Schlagzeile zum Werkzeug, ist am Stand von NFON in Dresden gerade live zu besichtigen.






